
Draiflessen freut sich sehr über die erneute Zusammenarbeit mit dem Summerwinds Festival, in dessen Rahmen sich eine echte „Supergroup“ der Kammermusik bei meetMUSIC trifft. Sieben hervorragende, preisgekrönte Musiker:innen bringen zwei Werke auf die Bühne, die durch ihre raffinierte Instrumentierung und klare Form bestechen: das berühmte Septett in Es-Dur, Op. 20, von Ludwig van Beethoven und das weit weniger bekannte, aber ebenso reizvolle Septett in Es-Dur, Op. 62, seines Zeitgenossen Conradin Kreutzer.
Kreutzer, heute fast vergessen und doch im 19. Jahrhundert einer der meistgeschätzten Komponisten, war vor allem als Opernautor erfolgreich. Seine größte Stärke, so das Conversations-Lexikon von 1876, sei „die ansprechende, liebenswürdige und vor allem sehr sangbare Melodie“. Genau das entfaltet auch sein Septett – in der frischen, originellen Neufassung der sieben Solistinnen und Solisten mit echter Ohrwurmqualität.
Beethovens Septett wiederum verbindet die Fülle eines kleinen Symphonieorchesters mit der Leichtigkeit und Eleganz einer Serenade. In der Interpretation dieses Ensembles wirkt es überraschend vital, federnd und – was die Tempi betrifft – angenehm „risikofreudig“. Ein Abend, der Kammermusik in all ihrer Vielfalt und Brillanz leuchten lässt.
Die Besetzung:
Hanno Dönneweg zählt zu den führenden deutschen Fagottisten seiner Generation. Seit vielen Jahren ist er Solo‑Fagottist des SWR Symphonieorchesters und prägt dort den unverwechselbaren Klang seines Instruments. Seine Ausbildung führte ihn an renommierte Musikhochschulen in Karlsruhe, Stuttgart und Berlin, wo er bei prägenden Lehrern wie Klaus Thunemann und Sergio Azzolini studierte. Als Solist und Kammermusiker ist Hanno Dönneweg international gefragt. Konzertauftritte bei bedeutenden Festivals sowie Einladungen zu namhaften Orchestern dokumentieren seine stilistische Vielseitigkeit und musikalische Autorität. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt zudem in der Erweiterung des Fagott‑Repertoires durch eigene Bearbeitungen und CD‑Einspielungen. Neben seiner konzertanten Tätigkeit engagiert sich Hanno Dönneweg intensiv für Musikvermittlung und Nachwuchsförderung. Mit Projekten, Ensembles und dem von ihm mitbegründeten Festival Bergstadtsommer verbindet er künstlerische Exzellenz mit lebendiger Vermittlungsarbeit.
Die Geigerin Franziska Hölscher, 1982 in Heidelberg geboren, gehört zu den vielseitigsten Musikerinnen der internationalen Szene. Schon früh machte sie auf sich aufmerksam: Mit 17 Jahren gewann sie den ersten Preis beim Internationalen Rundfunkwettbewerb in Prag, und nur zwei Jahre später debütierte sie als Kammermusikerin an der Seite von Martha Argerich. Hölscher ist sowohl als Solistin als auch in der Kammermusik weltweit gefragt und gastierte unter anderem in der Berliner Philharmonie, der Elbphilharmonie Hamburg, dem Festspielhaus Baden-Baden, dem Concertgebouw Amsterdam, dem Palais des Beaux-Arts Brüssel, dem Wiener Konzerthaus und im Rudolfinum Prag. Neben ihrer Konzerttätigkeit leitet sie die Kammermusikreihe „Klangbrücken“ im Konzerthaus Berlin und seit 2018 die Kammermusiktage Mettlach, wo sie mit Gesprächskonzerten und offenen Proben neue Formate speziell für ein junges Publikum entwickelt.
Einer der weltweit führenden Cellisten seiner Generation ist der rumänische Cellist Andrei Ioniță, 1994 in Bukarest geboren. 2015 gelang ihm der internationale Durchbruch mit dem 1. Preis beim Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau. Weitere Auszeichnungen erhielt er bei der ARD, beim Emanuel Feuermann- und beim Aram Khachaturian-Wettbewerb. Von 2016 bis 2018 war er BBC „New Generation Artist“. Ioniță konzertiert weltweit als Solist mit Orchestern wie den Münchner und Dresdner Philharmonikern, dem Tonhalle-Orchester Zürich und dem London Philharmonic Orchestra und arbeitet mit Dirigenten wie Paavo Järvi und Kent Nagano. Auch als Kammermusiker ist er gefragt. Zu seinen Saisonhöhepunkten 2024/25 zählen Engagements mit dem Orquesta Sinfonia RTVE, dem Saarländischen Staatsorchester und der Mährischen Philharmonie Olmütz. Er ist Stipendiat der Deutschen Stiftung Musikleben, die ihm ein Cello von Giovanni Battista Rogeri (1671) leihweise zur Verfügung stellt. Ab Wintersemester 2025/26 übernimmt er eine Professur für Cello an der Hochschule für Musik und Tanz Köln in Wuppertal.
Felix Klieser, 1991 geboren, ist ein außergewöhnlicher Hornist. Mit 5 Jahren begann er seinen Hornunterricht, mit 13 wurde er Jungstudent an der Hochschule für Musik in Hannover. Mittlerweile hat er sich zu einem der gefragtesten Hornisten weltweit entwickelt – und das ohne Arme. 2014 erhielt er den ECHO Klassik als Nachwuchskünstler, 2016 folgte der Leonard Bernstein Award. Höhepunkte waren Auftritte beim Ravenna Festival unter Riccardo Muti (2022) und sein Debüt bei den BBC Proms 2023, live übertragen. Klieser konzertiert mit Orchestern wie dem Royal Philharmonic, Concertgebouw Amsterdam, National Arts Centre Orchestra Ottawa und dem Royal Scottish National Orchestra und ist regelmäßig in Berliner Philharmonie, Kölner Philharmonie und Wiener Konzerthaus zu Gast. Als Kammermusiker präsentiert er u.a. sein Septett-Programm mit Sebastian Manz und Franziska Hölscher. Er veröffentlichte zahlreiche CDs, darunter die Mozart-Hornkonzerte (Berlin Classics) und Beyond Words. Seit 2018 leitet er seine Hornklasse an der Musikhochschule Münster und gibt Meisterkurse. Auf Social Media zeigt er humorvolle Einblicke in seinen Alltag – stets begleitet von seinem Horn „Alex“.
Dominik Wagner bringt den Kontrabass ins Rampenlicht. Mit packender Bühnenpräsenz, virtuoser Technik und einem melodischen, beinahe gesanglichen Ton eröffnet er neue Klangräume für sein Instrument. Unermüdlich erweitert er das Repertoire – durch Kompositionsaufträge, Wiederentdeckungen und eigene Arrangements. Der ECHO- und Opus-Klassik-Preisträger ist Stipendiat der Anne-Sophie Mutter Stiftung und Gewinner zahlreicher internationaler Wettbewerbe. Er konzertiert mit renommierten Orchestern in Sälen wie Musikverein Wien, Berliner Philharmonie, Elbphilharmonie Hamburg und Carnegie Hall. Wagner veröffentlicht regelmäßig bei Berlin Classics und ist leidenschaftlicher Kammermusiker, u. a. mit dem Emerson String Quartet, Julia Fischer oder Janine Jansen. Als Professor in Würzburg und Wien gibt er seine Expertise an die nächste Generation weiter.
Wen Xiao Zheng zählt zu den profiliertesten Bratschisten seiner Generation. 1981 in China geboren, begann er früh mit dem Violinspiel und wechselte im Jugendalter zur Viola. Seine Ausbildung führte ihn an renommierte europäische Musikhochschulen, unter anderem nach Madrid, Detmold und München. Internationale Aufmerksamkeit erlangte er durch zahlreiche Wettbewerbserfolge, darunter der 2. Preis und der Publikumspreis beim Internationalen ARD‑Musikwettbewerb. Als Solobratscher war und ist er bei führenden Klangkörpern tätig, darunter den Bamberger Symphonikern und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Neben seiner Orchesterarbeit ist Wen Xiao Zheng ein gefragter Solist und Kammermusiker mit Auftritten bei internationalen Festivals. Sein Spiel verbindet technische Souveränität mit klanglicher Tiefe und großer Ausdruckskraft. Zudem engagiert er sich als Pädagoge und gibt seine Erfahrung an junge Musikerinnen und Musiker weiter.
Programm
Ludwig van Beethoven (1770–1827): Septett in Es-Dur, Op. 20
Conradin Kreutzer (1780–1849): Septett in Es-Dur, Op. 62
Hörproben
Conradin Kreutzer – Septet in E flat Op 62: I. Adagio-Allegro








